Studieren in der Schweiz ist teuer. Miete in Hochschulstädten, Krankenkasse, Studiengebühren, Bücher und ein Laptop belasten das Budget, oft finanziert durch Eltern, einen Nebenjob und vielleicht ein Stipendium. Fällt eine dieser Quellen weg oder kommt eine grössere Rechnung, denken viele Studierende an einen kleinen Kredit.
Diese Seite erklärt, warum ein Konsumkredit für Studierende meist weder erreichbar noch sinnvoll ist und welche Wege das Ausbildungssystem selbst bietet: kantonale Stipendien und Studiendarlehen, Unterstützung der Hochschulen und den Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern. Mini-Pret.com vergibt keine Kredite und vermittelt keine Anbieter.
Warum der klassische Kleinkredit selten passt
Für Konsumkredite zwischen CHF 500 und CHF 80'000 schreibt das Konsumkreditgesetz (KKG) eine Kreditfähigkeitsprüfung vor. Der Kredit muss innert 36 Monaten aus dem Einkommen zurückbezahlt werden können, ohne das Existenzminimum anzutasten. Ein Nebenjob mit wenigen Stunden pro Woche und Unterstützung durch die Eltern reichen dafür in der Regel nicht. Stipendien und Elternbeiträge sind zudem zweckgebunden für den Lebensunterhalt während der Ausbildung.
Hinzu kommt der Zeitpunkt: Wer heute einen Kredit aufnimmt, zahlt ihn oft beim Berufseinstieg zurück, genau dann, wenn Kaution, Umzug und erste eigene Versicherungen anfallen. Ein Kleinkredit mit hohem Zins ist damit eine teure Hypothek auf die ersten Berufsjahre.
Stipendien und Studiendarlehen der Kantone
Ausbildungsbeiträge werden in der Schweiz von den Kantonen vergeben. Zuständig ist in der Regel der Kanton, in dem die Eltern ihren Wohnsitz haben. Die Kantone unterscheiden zwischen:
- Stipendien: einmalige oder wiederkehrende Beiträge, die nicht zurückbezahlt werden müssen;
- Studiendarlehen: Darlehen zu günstigen Bedingungen, die meist erst nach Abschluss der Ausbildung zurückzuzahlen sind und während des Studiums zinsfrei oder zinsgünstig sein können.
Die Höhe hängt vom Einkommen und Vermögen der Eltern, von der eigenen Situation und den kantonalen Regeln ab. Die Fristen sind oft knapp, und Anträge werden nicht rückwirkend unbeschränkt bewilligt. Melden Sie sich deshalb früh bei der Stipendienstelle Ihres Kantons, auch wenn Sie unsicher sind, ob Sie Anspruch haben.
Hilfe der Hochschule
Viele Universitäten, Fachhochschulen und pädagogische Hochschulen haben eine Sozialberatung und eigene Fonds für Studierende in finanziellen Engpässen. Diese können kurzfristige Überbrückungsdarlehen oder nicht rückzahlbare Beiträge gewähren, etwa wenn ein Stipendienentscheid auf sich warten lässt. Auch die Studierendenschaften bieten teilweise Unterstützung, Rechtsberatung oder vergünstigte Angebote an.
Fragen Sie bei der Sozialberatung auch nach Erlass oder Aufschub von Studiengebühren. Manche Hochschulen kennen solche Regelungen für Härtefälle.
Unterhalt der Eltern und eigene Ansprüche
Nach dem Zivilgesetzbuch müssen Eltern ihr Kind über die Volljährigkeit hinaus unterstützen, bis es eine angemessene Ausbildung ordentlicherweise abschliessen kann, soweit es ihnen nach den Umständen zugemutet werden darf. Diese Pflicht ist an Bedingungen geknüpft, kann aber eine wichtige Rolle spielen, bevor ein Kredit überhaupt zur Debatte steht. Bei Konflikten in der Familie hilft die Sozialberatung der Hochschule weiter.
Prüfen Sie zudem die individuelle Prämienverbilligung für die Krankenkasse. Je nach Kanton wird sie Studierenden direkt oder über das Einkommen der Eltern berechnet. Wer selbst Kinder hat, findet zusätzliche Hinweise auf der Seite für Alleinerziehende.
Checkliste für Studierende in Geldnot
- Stipendienantrag gestellt oder geprüft, ob ein Studiendarlehen des Kantons möglich ist?
- Sozialberatung der Hochschule kontaktiert und nach Fonds oder Gebührenerlass gefragt?
- Prämienverbilligung beantragt?
- Gespräch mit den Eltern über den Unterhalt geführt?
- Bei Rechnungen um Ratenzahlung gebeten, etwa beim Zahnarzt oder bei der Krankenkasse?
- Budget für Semester und Semesterferien erstellt, inklusive Einnahmen aus dem Nebenjob?
- Alle Kosten eines Angebots, insbesondere der effektive Jahreszins, verglichen?
Wenn doch ein Kredit geprüft wird
Haben Sie ein regelmässiges Einkommen, etwa aus einer Teilzeitstelle neben einem berufsbegleitenden Studium, kann ein kleiner Kredit für eine notwendige Anschaffung in Frage kommen. Vergleichen Sie dann den effektiven Jahreszins, der Zinsen und Gebühren umfasst, und den Gesamtbetrag. Der Bundesrat legt in der Verordnung zum KKG einen Höchstzinssatz fest. Sie können den Vertrag innert 14 Tagen nach Unterzeichnung schriftlich widerrufen.
Vorsicht auch bei Kreditkarten und Kauf auf Rechnung mit Ratenoption: Diese Formen sind bequem, können aber teurer sein als ein klassischer Kredit, wenn der Saldo nicht jeden Monat beglichen wird. Laufen bereits mehrere Ratenzahlungen, lohnt sich ein Blick auf die Seite zum Kleinkredit bei tiefem Einkommen.
Nebenjob und Semesterbudget
Ein Nebenjob ist für viele Studierende die wichtigste eigene Einnahme. Planen Sie ihn so, dass er auch in Prüfungsphasen tragbar bleibt, und rechnen Sie das Einkommen der Semesterferien nicht doppelt ein. Ein einfaches Budget mit monatlichen Fixkosten, Studiengebühren pro Semester und einer kleinen Reserve für Unvorhergesehenes zeigt rasch, ob eine Lücke vorübergehend ist oder strukturell. Bei einer strukturellen Lücke ist ein Stipendien- oder Darlehensgesuch beim Kanton der richtige Weg, nicht ein Konsumkredit.
Fallen, die auf Studierende zielen
Studierende werden häufig über Instagram, TikTok oder Telegram mit «schnellen Krediten» oder vermeintlich lukrativen Nebenverdiensten angesprochen. Warnsignale sind:
- Gebühren, die vor einer Auszahlung zu bezahlen sind;
- Angebote, Geld über das eigene Konto weiterzuleiten, was strafbar sein kann;
- Kredite «ohne Prüfung» oder «nur mit Legi»;
- Anbieter ohne Schweizer Sitz oder ohne Angaben zu einer Bewilligung.
Kreditgeber ohne Banklizenz brauchen eine kantonale Bewilligung, und die FINMA führt eine Warnliste. Wer bereits mit Schulden kämpft, kann sich an eine kantonale Schuldenberatung wenden, die auch junge Erwachsene berät.
Angebote und Kreditgeber im Vergleich
- Cembra Money Bank — zugelassener Anbieter von Konsumkrediten und Kleinkrediten.
- BANK-now — zugelassener Anbieter von Konsumkrediten und Kleinkrediten.
- Migros Bank — Bank mit Ratenkrediten und Privatkrediten; Effektivzins und Bedingungen vor Abschluss vergleichen.
- Dettes Conseils Suisse — kostenlose, anerkannte Schuldenberatung.
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